Medizinische Informationen

Informatives - Kuriositäten - Nützliches

 Psychiatrie / Psychologie / Psychosomatik
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Durchgemacht, trotzdem wach
-Alt-Frauen-Schweiß hebt die "Stimmung"
-Lebensfreude stärkt Immunsystem
-Soja-Quark schrumpft Hirn -Durch Tofu zum Toren ?
-Feindselige baden in Homocystein
-Selbst-Verstümmelung....
-Mäuse laufen der Chorea davon! - Sind Gene kein Schicksal?
-Mehr Todesfälle am Monatsanfang in den USA
-Wenn Touristen plötzlich in Ekstase geraten und zu predigen beginnen
-Schlechte Zähne? Dann beißt die Demenz zu
-Bös' eins auf die Ohren

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Sexual-Medizin:
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Blasen zu wörtlich genommen
-Penisverkrümmung
-Sperma-Allergie
-Wenn die Vulva brennt...

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 Entwicklung des Menschen / Krankheitsprävention
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In Hautkontakt mit der Mutter entwickelt Baby ungeahnte Kräfte
-Frühgeborene: Stillen steigert den IQ
-Herzfehler durch Stress im Uterus?

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Diverses:
-Stretching vor dem Sport: Reine Zeitvergeudung
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Erhöhte Totgeburtenrate bei Arbeitern einer nuklearen Wiederaufbereitungsanlage
-Heiße Bakterienfete im Bierkrug...

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Sexualmedizin:

Oro-vaginale Druckinsufflation (oro=Mund)
"Blasen" zu wörtlich genommen
KIEL - "Blasen" als Ausdruck für oralen Sex nimmt mancher wohl zu wörtlich - mit der Folge eines schmerzhaften Pneumoperitoneums(Luft im Bauch). Uber einen solchen Fall berichten Frauenärzte der Universität Kiel in der Zeitschrift "Endoskopie heute".
Der Nachweis freier Luft im Röntgenbild führt normalerweise zu aufwendiger invasiver Diagnostik, bis hin zur Notfalllaparatomie (Bauchaufschnitt) - deutet das Phänomen doch zumeist auf eine Perforation(Loch) im Gastrointestinaltrakt oder auf eine Operationsfolge. Im beschriebenen Fall ließen die Kollegen die Messer im Schrank - eine einfühlsame Sexualanamnese erklärte schließlich die abdominellen Beschwerden.
Nun muss nicht jeder Cunnilingus eine Insufflation erzeugen, aber bei einem Druck über 100 mmHg erweitern sich die Tuben, und der Weg ins Bauchinnere ist frei.
Vom harmlosen Spaß zur Lebensgefahr kann sich diese Praktik für Schwangere entwickeln, schreiben die Kollegen: Wiederholt sei es zu tödlichen Gasembolien(Embolie= Gefäßverschluß durch z.b. Gasperlen) gekommen. In den übrigen Fällen unterstreichen sie noch einmal die alte Weisheit, dass eine genaue Anamneseerhebung manch überflüssige Untersuchung einsparen hilft.
Quelle: V. R. Jacobs et ei., Universitäts-Frau-enkiinik Kiel; Endoskopie heute, 13. Jg., Heft 1 (2000), 5. 26
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 18 Penis schief und krumm ? Wasserstrahl richtet ihn auf
ALTÖTTING - Männern, deren Penisdeviation (Krümmung) bisher als nicht operabel galt, kann mit einer neuen Operationstechnik geholfen werden. Ein Wasserstrahl an Stelle des Skalpells erlaubt dem Operateur, Gewebe schonend zu operieren und Nerven und Gefäße sicher zu erhalten.
Bis zu 1,5 % der Männer, meist im Alter zwischen 45 und 60 Jahren, leiden an einer Penisverkrümmung, die in ausgeprägten Fällen wegen schmerzhafter Erektionen eine Impotenz zur Folge haben kann. Geschlechtsverkehr ist bei starker Deviation auch anatomisch nicht mehr möglich, berichtete Dr. RALF BASTING, Abteilung Urologie, Krankenhaus Alt! Neuötting, im Gespräch mit Medical Tribune. Meist liegt der Symptomatik eine Induratio penis plastica (M. Peyronie) zu Grunde. Das Penisbindegewebe verhärtet an einer umschriebenen Stelle, Kalk lagert sich ein. Das Glied krümmt sich zum Plaque hin, was gleichzeitig zu einer Verkürzung führt.
Diverse Verfahren wurden versucht, um betroffenen Männern zu helfen. Von Kalium-Para-Aminobenzoat und Tamoxifen über lokale Infiltration oder Bestrahlung bis zur Schockwellentherapie konnte keine Methode bisher überzeugen. Einzig die Operation bietet Aussicht auf Erfolg. Dabei kommt erstens die einseitige Raffung des Penisgewebes auf der gesunden Seite in Frage, was eine Verkürzung bewirkt. Die meisten Männer sind aber von dem Gedanken, wertvolle Zentimeter einzubüßen, wenig begeistert. Die zweite Möglichkeit besteht darin, die Plaque zu entfernen und einen Patch einzunähen.
                                                     
Penis in Einzelteile zerlegen
Diese Operation galt bisher jedoch unter bestimmten Bedingungen als nicht durchführbar:
Lag die Verhärtung zu nah an der Harnröhre, im Bereich der distalen Schwellkörper oder gar unter der Glans penis, wagten sich die Urologen nicht so recht ran - und zwar wegen der hohen Gefahr, das Gefäß-Nervenbündel zu verletzen. Denn ein gerader, aber gefühlloser Penis ist schließlich nicht das Ziel der Therapie. Betroffen von den schwierigen Bedingungen sind 15 bis 20 % der Patienten mit Penisdeviation.
                                         
                           
Effektiv und nervenschonend
In Altötting wendet man in diesen Fällen ein neues, in Belgrad entwickeltes Verfahren an, das der eigentlichen Plaqueentfernung ein vollständiges Zerlegen des Penis in seine anatomischen Bestandteile vorschaltet. Die Eichelkappe mit ventral gelegener Harnröhre und das dorsale neurovaskuläre Bündel werden völlig freipräpariert und abgehoben. Ein solches Vorgehen war bisher mit Hilfe von Skalpell, Elektrokauter oder Laser ohne Gefahr für Potenz und Sensibilität nicht möglich, so der Urologe. Der Einsatz des Hydro-Jet, eines feinen Wasserstrahls, dessen Druck dem Gewebe angepasst ist, ermöglicht das Trennen gesunder Gewebeschichten, ohne sie zu zerschneiden. Als besonders geeignet bezeichnete der Kollege das Wasserskalpell für den Anfang der Operation und zum Abpräparieren der Eichel von der Schwellkörperspitze. Um die Verhärtungen zu entfernen, benutzen die Altöttinger Urologen den Nd:YAG- oder CO2-Laser. Damit dünnen sie die Plaque bis auf eine hauchdünne Schicht aus und inzidieren sie. Damit wird dem bis dato verdrängten Schwellkörpergewebe wieder Platz geschaffen. Ein "Full-Thick-ness-Vorhaut-Graft" deckt den Defekt.
Sechs Wochen nur mit Vakuumpumpe
Durch dieses Vorgehen wird die von vielen Männern gefürchtete Verkürzung des Penis vermieden, in Einzelfällen gewinnt ihr bestes Stück sogar noch ein wenig an Länge. Sechs Wochen lang müssen die Patienten nach der Operation sexuelle Enthaltsamkeit üben, um die Heilung und die Stabilisierung der Eichelkappe zu ermöglichen. Damit aber die Patches nicht zu stark schrumpfen, sind regelmäßige Erektionen nötig, die mittels Vakuumpumpe oder Prostaglandin-Injektionen erreicht werden. Auch bei ausgeprägter kindlicher Hypospadie mit Deviation wenden die Altöttinger Urologen das Verfahren an. Die insgesamt besten Ergebnisse erzielte Dr. Basting bisher bei Patienten mit zirkulären Plaques. Hier entfalten sich die Schwellkörper nach ihrer Befreiung besonders gut und lassen das Glied schön strammstehen.
Weitere Informationen über Penisdeviationen und einiges mehr bietet die Homepage der Altöttinger Urologie:www.urologie-aktuell.de
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 15  Sperma-Allergie: Verhüterli verschafft Luft
PARIS - Für manche Frauen ist das Verhüterli beim Verkehr geradezu lebenswichtig, aber nicht etwa zur Abwehr von Krankheit oder unerwünschtem Kindersegen, sondern weil sie auf das Sperma ihres Partners allergisch reagieren. Einer jungen Frau passierte dies plötzlich nach der zweiten Schwangerschaft. Nach dem Verkehr überzog sich ihr Körper innerhalb von fünf Minuten mit einer generalisierten Urtikaria, Mund- und Rachenschleimhaut schwollen so stark an, dass die Patientin zu ersti-cken drohte.Derartige Allergien sind zwar weitaus seltener als z.B. eine Katzenhaarallergie. Doch noch nicht einmal ein Partnertausch kann die Betroffenen schützen, weil das schuldige Allergen auch im Sperma anderer Männer vorhanden ist. Eine Hoffnung gibt es allerdings: Die Allergie kann nach einigen Monaten spontan wieder abklingen. AFP
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 Die Vulva kann aus vielen Gründen brennen
HALLE - Brennt und schmerzt die VuIva, meist ohne erkennbare Ursache, treibt dies viele Frauen zur Verzweiflung - und nicht minder deren Therapeuten. Die Diagnose "Vulvodynie" (Vulvaschmerzen,- Jucken) bedeutet nicht automatisch "psychisch". Klären Sie zuerst mittels Abstrich, ob eine Infektion dahintersteckt. Und denken Sie auch an eine Kontakt-Dermatitis.
Manche Frauen berichten vor allem in der zweiten Zyklushälfte, und dann nach Koitus, über zunehmende Schmerzen. Ob diese zyklische Vulvovaginitis etwas mit Candida albicans (Hefepilz) zu tun hat, ist nach wie vor fraglich, und topische Antimykotika bringen oft nur vorübergehend Linderung. Bei der Vulva-Vestibulitis ist die Schleimhaut des Introitus (Eingang) berührungsempfindlich, oft auch gerötet. Geschlechtsverkehr bereitet große Schmerzen. Ursachen für diese Beschwerden finden sich nur selten. In wenigen Fällen lassen sich übertriebene Genitalhygiene unter Verwendung irritativer Substanzen oder Infektionen mit humanem Papilloma-Virus (HPV) als Auslöser dingfest machen. Lokale Anwendung von Östrogen oder Laktobazillen bringt mitunter Besserung. Am häufigsten sind essentielle(heißt:Ursache unbekannt) Vulvodynien. Betroffen sind vor allem Frauen in Klimakterium und Postmenopause. Kaum eine Behandlung ist erfolgreich, und viele Patientinnen haben bereits "alles ausprobiert".
Verhaltenstherapie und Biofeedback helfen mancher Patientin weiter
Zumeist liegt eine somatoforme (psychosomatisch) Störung vor, allem voran sensorische Mißempfindungen, selten Phobien. Die Behandlung besteht in erster Linie aus Verhaltenstherapie. Eventuell hilft auch ein Biofeedback-Training der Beckenboden-Muskulatur weiter. Antidepressiva oder lokale Lidocain-Anwendungen können indiziert sein. Gar nicht so selten treten im Genitalbereich allergische oder irritative Kontakt-Dermatitiden auf, die als Vulvodynien imponieren können. Eine Vielzahl anderer Dermatosen geht mit brennenden Schmerzen im Vulva-Bereich einher: bullöse Autoimmun-Erkrankungen, wie Pemphigus vulgaris oder bullöses Pemphigoid, Lichen sclerosus et atrophicus, Psoriasis oder Erytheme exsudativum multiforme. An Infektionen kommen vor allem HPV, Candida, Herpes genitalis oder Zoster in Frage.
Über den Umweg einer Vulvodynie oder eines Pruritus vulvae (Jucken) kann sich - allerdings sehr selten und bei alten Frauen- ein Vulva-Karzinom ankündigen, vor allem wenn Juckreiz plötzlich in brennende, schneidende Schmerzen übergeht.
Ebenfalls selten: Irritationen durch Kalzium-Oxalat, Zöliakie, selektiven IgA(Antikörper)-Mangel oder Pudendus-Neuralgie(Nervenschmerzen).
Häufig ist bei der Behandlung einer Vulvodynie die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Hausarzt, Gynäkologe, Dermatologe, Neurologe und Psychiater angesagt.
Dr. med. Ulrike Röper
Der Hautarzt 51(2000)147-151.
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Psychiatrie / Psychologie / Psychosomatik:
  Nicht nur im Heiligen Jahr 2000 erkranken Israel-Pilger am Jerusalem-Syndrom"
16 Wenn Touristen plötzlich in Ekstase geraten und zu predigen beginnen
30 Jahre lang war er zu Fuß unterwegs, um im "Heiligen Jahr 2000" in Jerusalem anzukommen. Da steht er nun in seiner Kutte aus Jeans-Flikken, stützt sich mit der einen Hand auf seinen Holzstab, hält mit der anderen seine verschlissene Bibel fest und läßt sich von Neugierigen geduldig ausfragen. "Ja, wir sind 50000 Kilometer gewandert", wiederholt er. "Wir?", kommt die Frage zurück. Er lächelt: "Ich und Jesus - ich gehe niemals allein."
George Walter, der weißbärtige studierte Theologe aus Pittsburgh in den USA läßt "Gottes Geist wehen, wie er will". Ab und zu schlägt er für Passanten seine Weltkarte oder seine Bibel auf und zeigt ihnen ein kleines Blatt, das er zwischen den Seiten aufbewahrt. Von Moses' "brennendem Dornbusch" aus der Wüste Sinai hat er es gepflückt.
Der Mann ist friedlich. Würde er aber in seiner religiösen Beseeltheit gegen sich oder andere Gewalt ausüben, dann fände er sich schnell in der Jerusalemer psychiatrischen Klinik "Kfar 'Shaul" wieder.
Seit 1982 werden in dieser Klinik Pilger aus aller Welt eingeliefert, die das heilige Jerusalem krank gemacht hat. Sie geraten in Ekstase, entledigen sich ihrer Kleider, wickeln sich in Hotelbettlaken und predigen im festen Glauben, sie seien biblische Gestalten. Die einen kommen bereits
psychisch gestört in der Stadt an, die anderen waren, bis sie der religiöse Wahn gepackt hat, noch ganz normale Touristen. Beide Phänomene zusammen nennt der israelische Arzt Yair Bar El "Jerusalem-Syndrom", als Pendant zum "Florenz-Syndrom", wo es die geballte Kunst ist, die die Betroffenen verrückt macht. Etwa 40 Menschen erleiden pro Jahr das "Jerusalem-Syndrom",
Tendenz steigend.
                                             

Die größte Gruppe unter den Patienten ist männlich, stammt aus Europa oder den USA - und ist protestantisch(sic!). Bar El kann es sich nur so erklären: "Sie kommen aus streng religiösen Familien, in denen die Bibel das einzige Buch im Haus ist." Katholiken hätten immerhin außer Jesus als Identiflkationsfigur noch den Papst oder die Gottesmutter.
Der oberste Hirte der deutschsprachigen evangelischen Christen in Jerusalem findet diese Erklärung "gar nicht so dumm". Propst Karl-Heinz Ronecker, der in der Altstadt ganz nah der Grabeskirche residiert, sagt: "Die Protestanten sind viel stärker auf Inhalte fixiert und haben nichts, was sie psychisch entlasten könnte."(sic!) Allerdings, meint er, taucht das ‚Jerusalem-Syndrom" in der örtlichen Presse mit der gleichen schönen Regelmäßigkeit auf wie das Ungeheuer von Loch Ness in Nordeuropa.
In der Millenniums-Hysterie vor Silvester waren es bis zu drei Journalisten am Tag, die Bar El und sein Team von ihrer eigentlichen Arbeit abhielten. Routinemäßig hat der Chef der Notaufnahme, Gregory Katz, Patienten-Beispiele parat. Wie das von dem protestantischen Büroangestellten aus Süddeutschland, den Gott angeblich als Prophet in die Wüste schickte, wo er nach vier Tagen von der palästinensischen Polizei aufgegriffen wurde - "ekstatisch, nahezu ausgetrocknet, mit von der Sonne verbrannter Haut". Nach fünftägiger Behandlung mit Psychopharmaka sei er, wie seine anderen Patienten auch, wieder ganz normal gewesen.
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13  Selbstverstümmelndes Verhalten  Mit Messer und Pinzette:
     Seelenqualen durchbohren Haut

KOLN - Von Ödemen und Hämorrhagien über Blasen und Erosionen bis hin zu Ulzera und Nekrosen - die Palette der artifiziell erzeugten Hautverändertungen ist groß. Was die Beweggründe der Patienten zur Selbstverstümmelung angeht, unterscheidet man vor allem zwei Kategorien: Simulanten täuschen den Arzt ganz bewußt und suchen meist materielle Vorteile. Artefakt-Patienten im engeren Sinn dagegen verletzen sich, Im Spannungen oder innere Leere zu beherrschen und Zuwendung zu erhalten.
An ein Artefakt sollte man denken, wenn der Befund nicht zur Anamnese paßt, wenn die Hautveränderungen ein bizarres Bild bieten und an Körperstellen lokalisiert sind, die der Patient gut mit der Hand erreichen kann, erklärte Professor Dr. HELMUT H. WOLFF, Klinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Lübeck.
Artefakt-Patient oder Simulant?
                                                      

Simulanten täuschen bewußt Krankheiten vor, um materielle oder subjektive Vorteile zue erlangen, wie z.B. eine Rente oder eine Verlängerung der Arbeitsunfähigkeit. Dagegen handeln Artefakt-Patienten im engeren Sinn bewusstseinsfern und geben Mainpulationen - anders als der Simulant - auch nach Aufdeckung niemals zu. Häufig kommen die Betroffenen aus medizinischen Berufen (MTA, Krankenschwester) und zu 80 % sind es Frauen. "Es handelt sich um psychisch schwerkranke Patienten, die den Arzt oft vor große diagnostische, therapeutische und manchmal juristische Probleme stellen, betonte Prof. Wolff beim 7. Kölner Fortbildungstreffen für Dermatologie und Venerologie. Zum einen werden diese Menschen häufig aggressiv und entziehen sich der Behandlung, wenn sie spüren, das der Arzt den Verdacht auf ein Artefakt hat. Und steht die Diagnose fest, wird die erforderliche psychiatrische Behandlung oft abgelehnt. Insgesamt ist die Prognose ungünstig, so der Dermatologe.
Was die Methoden und klinischen Bilder der Manipulationen angeht, so findet man bei Simulanten und Artefakt-Patienten dieselbe Vielfalt. Die Palette reicht von Schädigungen durch Kratzen, Schmirgeln oder Abschnüren über die absichtliche Zuführung des Allergens bei bekannter Allergie bis zur Selbstinjektion von Wasser aus der Blumenvase, um einen Abszeß auszulösen. Allerdings bearbeiten Artefaktpatienten im engeren Sinn ihre Haut oft auf besonders bizarre Weise.
Jahrzehntelang geschnippelt
Bei der im Folgenden von Prof. Wolff geschilderten Patientin handelte es sich um eine Simulantin. Nach einer banalen Verletzung am Fußrücken manipulierte die Frau immer wieder an der Wunde unter dem Verband, bis aus dem kleinen Defekt eine große Erosion wurde. Ihr Motiv: längere Arbeitsunfähigkeit. 
Zwei weitere Fälle betreffen Artefakt-Patienten im engeren Sinn: Eine Kinderkrankenschwester mit jahrzehntelanger Anamnese fügte sich immer wieder mit einem Messer Verletzungen zu. Sie wurde wiederholt in Kliniken für Dermatologie und Plastische Chirurgie behandelt, wo sie angepaßt wirkte und alles mitmachte. In manchen Häusern war sie sogar der Liebling der Station, bevor die Manipulationen der psychisch kranken Frau aufgedeckt wurden.
                                                          

Besonders schwer verunstaltete sich eine Frau, die ständig vor dem Spiegel mit Pinzetten an Oberlippe und Wange manipulierte. Wegen des Verdachts auf ein Basalzellkarzinom erfolgten zahlreiche Biopsien, die stets negativ ausfielen. Man fand auch keinen Hinweis auf eine Läsion des Nervus trigeminus, obwohl der Befund an neurotoxische Störungen bei Trigeminus-Schädigung erinnerte. Auch diese Patientin war psychisch schwer gestört.
                                                      
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12   Mehr Todesfälle am Monatsanfang in den USA
Ein seit längerem in den USA beobachtetes Phänomen besteht darin, dass die Zahl der täglichen Todesfälle über den Verlauf eines Monates sinkt. Im Durchschnitt der Jahre 1973 bis 1988 hat man festgestellt, dass auf 100 Todesfälle in der letzten Woche eines Monats 114 in der folgenden Woche kommen. Eine Untersuchung der Totenscheine hat ergeben, dass unter den Todesursachen der ersten Monatswochen Drogengebrauch, Alkoholmissbrauch, Mord und Selbsttötung eine besondere Rolle spielen. Überproportional vertreten waren bei diesen Diagnosen Nichtweiße. Da der soziale Status der Verstorbenen nicht dokumentiert ist, folgern die Autoren, dass sich hier möglicherweise ein Armutsphänomen zeigt. Am Ende des Monats werden üblicherweise Sozialhilfen und ähnliche Leistungen ausgezahlt. Da gegen Monatsende in den betroffenen Bevölkerungskreisen wenig Geld zur Verfügung steht, wird am Monatsanfang mehr Geld für Alkohol und Drogen ausgegeben, was dann zu den höheren Todesfallzahlen führt.
Phillips DP, Christenfeld N, Ryan NM:
An increase in the numbers of deaths in the United States in the first week of the month. N Eng J Med 1999; 341: 93-98. Dr. David P. Christenfeld, Sociology Department, 0533, University of California at San Diego, La Jolla, CA 92093-0533.
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  Lebensfreude stärkt Immunsystem
Die Ergebnisse jüngster Untersuchungen zeigen, daß das Emp.. finden von Genuß und Freude einen direkten Einfluß auf die Produktion von Immunglobulin A (IgA) hat und so die Im-munresistenz stärken kann.Thema einer Expertenkonferenz der ARISE (Associates for Research into the Science of Enjoyment) waren die Zusam-menhänge zwischen Lebens-freude und Immunsystem. Mit Schokolade Speicheltests konnte bewie-Speicheltest sen werden, daß angenehme Düfte wie z.B.
der von Schokolade, aber auch positive Gedanken die Produk-tion von IgA steigern, während negative Erlebnisse wie der Geruch von verdorbenem Fleisch oder traumatische Erinnerungen den IgA- Spiegel senken. Der Einfluß auf die IgA-Produktion läßt sich be-reits nach 20 Minuten feststel-len; er ist noch nach drei Stun-den deutlich ausgeprägt.Auf der Grundlage dieser Ergebnisse diskutierten 12 Ex-perten aus zahlreichen Fach-bereichen über die positiven Auswirkungen von Genußmit-teln, aber auch von moderatem Ausdauersport und Entspannungsübungen, die über eine Zunahme der natürlichen Abwehrzellen ebenfalls das Immunsystem stärken.
FAZIT: Die ARISE- Untersuchungen zeigen, daß zwischen Gemütsempfindungen und Immun
-system ein direkter kausaler Zusammenhang besteht.
Gestärktes Immunsystem durch Lebensfreude. ARISE-Experten-Konferenz, Frankfurt, 04.11.1 998
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Feindselige baden in Homocystein
LONDON - Menschen von feindseligem, zornigem Charakter neigen zu hohen Homocysteinspiegeln. Dies fanden amerikanische Forscher jüngst heraus. Hier zeigt
sich eine interessante Verbindung zwischen einem psychologischen und einem physiologischen Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit, heißt es im "Lancet".
Quelle: The Lancet, Vol. 355, Nvr~215 (2000), S. 1621
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 Bös' eins auf die Ohren
LONDON - Brutale Videospiele machen schwer aggressiv. Das belegt eine US-Studie an 210 Studenten: Im Anschluss an teils harmlose, teils gewalttätige Test-Videospiele absolvierten sie ein Reaktionsspiel zu zweit, bei dem der Sieger dem Verlierer eine Lärm-Ohrfeige - mit unschädlichem "white noise" -geben durfte. Hierbei gingen die Studenten der Gewalt-Gruppe wesent-lich schonungsloser zur Sache.
Quelle: New Scientjst, Vol. 166, No. 2237 (2000), 5. 25
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Soja-Quark schrumpft Hirn ---    Durch Tofu zum Toren
HONOLULU - Schlechte Nachrichten für Tofu-Fans:
Regelmäßiger Genuss des Sojaprodukts scheint das Hirn schrumpfen zu lassen. Wissen-schaftler aus Hawai fanden zudem schlechtere kognitive Leistungen unter den Anhängern asiatischer Kost.
Im Rahmen des "Honolulu Heart Program (HHP)" befragten hawaiianische Forscher mehr als 3 700 zwischen 1900 und 1919 geborene, japanischstämmige Männer in den 60er- und erneut in den 70er-Jahren zu ihren Essgewohnheiten. Zwischen 1991 und 1993 testeten die Wissen-schaftler dann die kognitive Funktion der inzwischen 71- bis 93-jährigen Probanden.
Dabei war eine schlechtere geistige Leistungsfähigkeit mit ei-ner orientalischen Diät im mittleren Erwachsenenalter assoziiert, schreiben die Autoren in der Zeitschrift "Journal of the Amen-
can College of Nutrition". Als entscheidender Faktor wurde der geschmacksneutrale Soja-Quark identifiziert. Wer ihn mehr als zweimal pro Woche verspeiste, litt unter kognitiven Defiziten und verfügte über ein - im Schnitt - geringeres Gehirnge-wicht und größere Ventrikel als Zeichen der Hirnschrumpfung.
Eine Untersuchung bei Frauen ergab ähnliche Resultate. Als Erklärung für das Phänomen ver-muten die Wissenschaftler die Wirkung von Phytoöstrogenen, welche mit körpereigenen Hormonen um die Rezeptoren konkurrieren. Eine alternative Erklärung haben sie jedoch ebenfalls parat: Genauso gut könnten es Isoflavone aus der Sojabohne sein, die hippocampale Funktionen über Tyrosinabhängige Mechanismen stören. JS
Quelle: Dr. Lon R. White, Hawaii Center for Health Research, Honolulu, et al.; Journal of the American College of Nutrition, Vol. 19, (2000), 5. 242 -255
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Sind Gene kein Schicksal?    
Mäuse laufen der Chorea(Veitstanz) davon!
LONDON - Mäuse mit gentechnisch erworbener Anlage einer Chorea Huntington können den Ausbruch ihrer Nervenkrankheit durch mehr körperliche Aktivität herauszögern, faiden englische Neurologen heraus. Normalerweise erkranken diese Tiere alle im Alter von 18 Wochen. Stand den Nagern jedoch eine Vielzahl an Bewegungsmöglichkeiten in ihren Käfigen zur Verfügung, zeigten zu diesem Zeitpunkt nur 15 % der Mäuse Symptome. Die "trainierten" Tiere wiesen eine höhere Konzentration des Proteins Calbindin im betroffenen Striatum auf - eine Substanz, die Neuronen vor Schäden schützt.
Große Hoffnungen, die degenerative Erkrankung bei Menschen ebenso verzögern zu können, dämpfen die Kollegen jedoch, wie der "New Scientist" berichtet. Zweibeinern biete die Umgebung ohnehin genügend abwechslungsreiche Möglichkeiten, sich zu bewegen. JS
Quelle: New Scientist, Vol. 165, No. 2225 (2000), S. 10
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Schlechte Zähne? Dann beißt die Demenz zu
LONDON - Wer sich bis ins hohe Alter ein gutes Gebiss bewahren konnte und seine Mahlzeiten sorgfältig kaut, beugt damit einer Demenz vor. Japanische Forscher fanden bei Experimenten an Mäusen einen Zusammenhang zwischen Gedächtnisleistung und Kauvermögen.
Genetisch veränderte Mäuse, die schnell altern, lernten als Jungtiere rasch, eine in einem Wasser-labyrinth verborgene Plattform zu finden. Zog man ihnen die Backenzähne, änderte das nichts am Ergebnis. Anders jedoch bei älteren Tieren: Während diejenigen mit vollständigem Gebiss nicht viel schlechter abschnitten als ihre jungen Artgenossen, hatten die "entzahnten" Tiere größte Schwie-rigkeiten und schwammen immer wieder in die falsche Richtung, heißt es im "New Scientist". Woran das lag, wurde klar, als man ihre Gehirne untersuchte. Im Hippocampus - der Region, in der neue Erinnerungen gespeichert werden - fanden sich deutlich mehr entartete Gliazellen als normalerweise zu erwarten. Kauen stärkt im Alter also offenbar das Kurzzeitgedächtnis. Möglicherweise wird durch das Mahlen mit den Zähnen Stress abgebaut, vermutet eine schottische Altersforscherin. Denn auch hohe Stresslevel können das Gedächtnis beeinträchtigen. VS
Quelle:New Scientist, Vol. 165, No. 2229 [2000), 5. 6
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Alte-Frauen-Schweiß hebt unsere Stimmung !
Wollen Sie etwas für ihre Stimmung tun? Dann riechen Sie an einer Oma! Was sich anhört wie ein gesclunackloser Scherz, hat eine solide wissenschaftliche Grundlage.
Wirken sich die Gerüche von Menschen auf die Stimmung ihrer Mitmenschen aus, wollte Denise Chen vom Monell Cheinical Senses Center in Philadelphia im US-Staat Pensylvania wissen. Chen ließ 30 Men-schen zehn Stunden eine Gaze-Einlage unter den Achseln tragen (New Scientist 163, 1999). Dabei waren Mädchen und Jungen zwischen drei und acht Jahren, junge Frauen und Männer in den Zwanzigern und alte Leute über Siebzig.
Dann legte Chen die Läppchen 308 Studenten vor. Sie hatten zuvor einen Fragebogen zur Stimmung beantwortet. Nach der Schnüffelprüfung wiederholten sie ihm. Wer an der Gaze alter Damen gerochen hatte, fühlte sich nun deutlich besser. Überhaupt hob der Schweiß älter Menschen die Stimmung, ebenso wie der Geruch junger Frauen. Ganz anders bei jungen Männern. Was sie ausdünsteten, deprimierte. Vermutlich, meint eine Kollegin von Chen, weil junge Männer nach Aggression riechen. Alte Frauen dagegen signalisierten: Mir kannst Du Dich unbesorgt nähern! (cod)
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Durchgemacht, trotzdem wach
Nach durchwachter Nacht fällt das Hirn nicht in einen erschöpften Dämmerzustand.. Im Gegenteil:
Während eines WörterMerkTests bei übernächtigten Probanden feuerte der für diese Funktion wichtige präfrontale Kortex besonders stark. Die Autoren der Studie deuten diese Aktivität als Kampf der Hirnzellen gegen Schlaf auslösende Signale.
Quelle: Seen P. A. Drummond, Department of Psychiatry, University ofCalfornia, San Diego, et ei.; Nature, Vol. 403, No. 6770(2000), 5. 656 -657
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Entwicklung des Menschen / Krankheitsprävention:
Frühgeborene: Stillen steigert den IQ
NEW YORK - Bekomme Frühchen Muttermilch, so geht die Hirnreifung schneller vonstatten als unter kommenzieller Flaschennahrung. Die fanden amerikanische
Wissenschaftler als sie insgesamt 37 Frühgeborene, die zwischen der 28. und 32.
Gestationswoche geboren wurden eingehend untersuchten. 17 der Babys wurden vier Wochen lang mit Muttermilch gefüttert, 20 bekamen Frühgeborenenmilch aus der Flasche. Die Hirnstammreifung wurde mit so genannten "brainstem auditory-evoked responses" (BAERs) gemessen. BAERs sind eine gute nichtinvasive Methode, um bei Babys in frühen Entwicklungsphasen Hirnstammfunktion und -ent-wicklung zu prüfen. Wie die Untersucher an Hand der BAERs feststellen konnten, schritt die Hirnreifung bei den Frühchen unter Muttermilch schneller voran als unter syn-thetischer Flaschennahrung. Verantwortlich dafür sind wahrscheinlich die langketti-gen mehrfach ungesättigten Fettsäuren der Muttermilch, eine Komponente, die der Formulanahrung fehlt, folgerten die Autoren in der Zeitschrift "Pediatrics"
Quelle:Sanjiv B. Amin, Department of Pediatrics, Division of Neonatology, childrens Hospital at Strong, University of Rochester, New.York, et al; Pedia-trics, Vol. 106, No. 2 (2000), S.318-322
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Herzfehler durch Stress im Uterus?
GLOSTRUP - Schwere Schicksalsschläge in der Frühschwangerschaft erhöhen das Fehlbildungsrisiko. So ver-vierfacht sich die Gefahr, wenn im ersten Trimenon un-erwartet ein älteres Kind der Frau verstirbt. Das Risiko, dass der Nachwuchs unter solchen "Voraussetzungen" eine andere Missbildung wie z.B. eine Lippen-Kiefer-Gau-menspalte oder einen Herzfehler entwickelt, schnellt sogar auf mehr als das Achtfa-che hoch. Brechen derartige Katastrophen gleich in zwei folgenden Schwangerschaften über die Frau herein, verdop-pelt sich das Risiko. Eine schwere Krankheit oder der Tod des Partners beeinträch-tigt die fetale Entwicklung da-gegen nicht signifikant, be-richten dänische Wissen-schaftler in "The Lancet". In einer Studie hatten sie die Fehlbildungsraten der Kinder von mehr als 3500 emotional schwer gestressten Frauen und über 20 000 Kontrollen verglichen. Sie vermuten, das es über die vermehrte Aus-schüttung von Kortison und Katecholaminen zu Hypogly-kämie (absinken des Blutzuckers) und Hypoxie (absinken des Blut-Sauerstoffs) kommt, was vor allem die Neuralleiste schädigen könnte.
Quelle:Dr. Dorthe Hansen, John F. Kennedy Institute, Glostrup et al.; The
Lancet, Vol. 356, No. 9233 (2000),S.875-880
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In Hautkontakt mit der Mutter entwickelt Baby ungeahnte Kräfte
Wem gehört das Neugeborene?
MUNCHEN - Ihre FortblIdungsveranstaltung "Psychosomatik der Geburt" widmeten die Münchner Universitäts-Frauenkilnlken dem 85. Geburtstag von Dr. W. Ernest Freud. Wie wichtig es Ist, das Kind gerade In den ersten Lebensstunden der Mutter nicht wegzunehmen, zeichnet sich Immer deutlicher ab.
Ernest Freud (*1914.), Enkel von Sigmund Freud und wie der "Vater" der Psychoanalyse ebenfalls der Psychotherapeuten-Zunft angehörig, zieht seit vielen Jahren gegen die Unmenschlichkeit in FrühgeborenenIntensivstationen zu Felde. Nicht zuletzt seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, daß sich dort mittlerweile eine sanfte Revolution. ereignet hat. "Möglichst wenig Technik, möglichst viel Mutter-Kontakt bei, größtmöglicher Sicherheit", heißt Freuds Kredo. Leise, geduldig und umsichtig mahnt er, immer zu überprüfen, ob technische Eingriffe überhaupt nötig sind. Und er zeigt Wege auf, unabänderliche Handlungen so auszuführen, daß der Mutter/Kind-Kontakt weitgehend un-gestört bleibt.
Obwohl sich in den letzten 30 Jahren in der Geburtshilfe unendlich viel verändert hat, ist noch längst kein Idealzustand erreicht. Vorbei sind die Zeiten, als Geburtshelfer das Kind sofort an die Kinderschwester weiterreichten und die Mutter zunächst kaum Besitzanspruch anmelden konnte. Die Kinder entschwanden auf der Säuglingsstation, waren nur hinter Glas zu betrachten und wurden pünktlich alle fünf Stunden der Mutter zum Stillen gereicht. Mittlerweile legt man das Neugeborene zuerst der Mutter auf den Bauch und läßt es dort etwa 20 Minuten, bevor es weiterversorgt wird. Doch auch das ist längst nicht genug, wie jetzt eine erste Beobachtungsstudie ergab. Während die eine Gruppe Frauen in der üblichen Weise "behandelt" wurde, ließ man in einer zweiten Gruppe das Baby in der ersten Stunde ganz bei der Mutter. Und es passiert Eigenartiges! Etwa 20 Minuten nach der Geburt beginnt das - in dieser Phase völlig wache und agile - Neugeborene plötzlich zu robben. Zielsicher und erstaunlich gewandt arbeitet es sich in Richtung der Brustwarzen vor, um daran zu saugen. Aber nur Kinder, die nicht von der Mutter getrennt werden, entwickeln diese Fähigkeit Auch die Nachuntersuchungen bei Entlassung und nach 5 bis 6 Wochen hielten Verblüffendes parat:
Die bei den Müttern belassenen Ba-bys entwickeln sich besser, werden häufiger gestillt und schreien signifikant weniger.
Dr. med. Ulrike Röper (vgl. auch Text über Geburt unter: Texte auf der Kulturseite)
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Diverses:
Stretching vor dem Sport: Reine Zeitvergeudung
LONDON - "Hört auf mit dem Quatsch!" So ließe sich salopp formulieren, was Forscher zum Thema Stretching mitteilen. Mus-keldehnen vor dem Sport senkt mitnichten die Verletzungsgefahr, so die Begründung.
Dass Stretching vor körperlicher Ertüchtigung Sportverletzungen vorbeugt, ist eine weit verbreitete Ansicht, bislang aber noch nicht bewiesen. Die australischen Kollegen wollten es nun genau wissen und gewannen 2600 Armee-Rekruten für ihre Studie. Ein Teil der Probanden führten vor sportlichen Aktivitäten Dehnübungen für bestimmte Beinmuskeln durch, die anderen praktizierten den Kaltstart.
Was die Verletzungsraten betraf, fand sich kein Unterschied zwischen beiden Gruppen - und Verletzungen zum Auswerten gab es reichlich: "Selbst einen minimalen Schutzeffekt des Stretchings können wir mit diesen Daten ausschließen," verkündeten die Wissenschaftler. Dass pathologisch verkürzte Muskeln, die die normale Beweglichkeit einschränken, vor dem Sport gedehnt werden müssen, bleibt jedoch unbestritten.
Quelle: New Scientist, Vol. 164, No. 2217 (1999), S. 23
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Heiße Bakterienfete im Bierkrug...
DRESDEN - Über die Bürste gestülpt, dreimal auf und ab bewegt und dann ins Klarwasser-Becken getunkt: So werden in vielen Kneipen benutzte Gläser gesäubert. Das Bier für den nächsten Gast zischt dann mitunter auf einen fröhlichen Bakterienrasen.
Jeder fünfte gespülte Bierkrug beherbergt 10x bis 10x koloniebildende Einheiten (KBE) coliformer, teils antibiotikaresistenter Bakterien: Schon vor zehn Jahren kamen Untersuchungen zur Reinheit von Trinkgläsern zu Grauen erregenden Ergebnissen. Auch eine Studie des Institutes für Lebensmittelhygiene in Ham-burg gab dem Spülen von Hand die Hygiene-Note "mangelhaft". Gläser, die man zu Prüfzwecken mit rekonstituierter Magermilch angeschmutzt hatte, wiesen nach manueller Behandlung mit der Spülbürste mehr als 10x bis 10x KBE auf. Die Gläserspülmaschine dagegen drückte die KBE auf unter 10 pro Glas.
Daher erstaunt es, dass in Deutschland die Aufbereitung von Gläsern nicht generell maschinell erfolgen muss, betonte SIGRID KRÜGER, Grünendeich.
Eine vom Deutschen Institut für Normung (DIN) konstituierte Arbeitsgruppe hat sich mit dem Problem beschäftigt, Prüfkonzepte erstellt und in Ringversuchen validiert. Diese zeigten klar, wie man Gläser wieder appetitlich sauber kriegt. Dass es nicht ohne Maschine geht, steht außer Frage. Und auch beim automatischen Gefäß-Schrubben muss alles stimmen, von der Reinigerlösung über Temperaturen und Einsätze bis hin zu Nachspülung und Wasserqualität. Auch von Bier-, Saft-oder Cocktailgläsern selbst wird etwas verlangt: Sie sollten eine "günstige Spülform" haben (Verhältnis Breite zu Höhe: maximal 1 zu 2) und spätestens nach zwei Stunden Standzeit gereinigt werden.
"Alle Benutzer haben einen Anspruch auf hygienisch einwandfreie Gläser" so der Konsens: Nicht nur Lippenstift-spuren, Sahne- und Fruchtreste bzw. Hautfett sollen verschwun-
den sein; auch chemische Rück-stände von Reinigern und pathogene Keime müssen fehlen. Die Anforderungen, so die Referentin, gelten für alle Getränkeausschen-ker, ob sie in Trinkhallen, Bars, Restaurants, Kindergärten oder Krankenhäusern sitzen. JS/CG
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Erhöhte Totgeburtenrate bei Arbeitern einer nuklearen Wiederaufbereitungsanlage
Eine englische Untersuchung konnte zeigen, dass bei Partnerinnen männlicher Arbeiter der atomaren Wiederaufbereitungsanlage Sellafield in Abhängigkeit von der präkonzeptionellen Strahlendosis erhöhte Totgeburtenraten auftraten. Von 1950 bis 1989 wurden 130 Totgeburten von Partnerinnen männlicher Angestell-ter der Wiederaufbereitungsanlage identifiziert. Die Höhe der berufli-chen Strahlenexposition der Väter vor der Konzeption korrelierte mit der Rate der Totgeburten, das relative Risiko betrug im Mittel 1,24. Für Totgeburten mit kongenitalen Anomalien war dieser Zusammenhang noch deutlicher, am ausgeprägtesten bei Schädigung des Neuralrohrs. Anders berechnet konnten 32 der 130 aufgetretenen Totgeburten unmittelbar auf die Strahlenbelastung der Väter zurückgeführt werden.
Parker L et al.: Stillbirths among offspring of male radiation workers at Sellafield nuclear reprocessing plant.
Lancet 1999; 354:1407-1414. Dr. Louise Parker, Sir James Spence In-stitute, Royal Victoria Infirmary, New-castle upon Tyne NE1 4LP, England.
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